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timmy-wal.de

Stand: 23.04.2026

Timmy — der Wal in der Ostsee

Seit dem 3. März 2026 treibt ein junger Buckelwal durch die westliche Ostsee. Aktuell liegt Timmy im Kirchsee vor der Insel Poel fest. Diese Seite bündelt laufend verifizierte Fakten aus öffentlich-rechtlichen und wissenschaftlichen Quellen.

Standort
Kirchsee, Wismarbucht, vor Insel Poel
Gesundheit
Kritisch (Gutachten v. 11.04.2026)
Aktive Maßnahme
110-m-Rinne · Barge aus Hamburg

Live-Ticker

Zuletzt geprüft:

Der Ticker wird automatisch aktualisiert. Bei der ersten Inbetriebnahme erscheinen hier neue Meldungen aus ZDFheute-Liveblog und Deutschem Meeresmuseum.

Der Ticker zitiert nur Überschrift und erste Zeile der Originalmeldung mit Quell-Link. Rechte an den Meldungen verbleiben bei den jeweiligen Medien.

Wer ist Timmy?

Daten des Tieres

Art
Megaptera novaeangliae (Buckelwal)
Länge
12,35 m
Breite
3,20 m
Höhe
1,60 m
Einordnung
Junges Tier, Nordatlantik-Bestand
Name
„Timmy" (medial etabliert); „Hope" nicht offiziell

Maße laut Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern.

Gesundheitszustand (Stand 23.04.2026)

  • Schwer geschwächt, großflächige Hautläsionen („Fresh Water Skin Disease")
  • Netzreste im Maul seit Erstsichtung
  • Vermutete Organschäden durch wiederholtes Auflaufen
  • Peilsender seit 21.04.2026 angebracht
  • Atmet laut Wasserschutzpolizei regelmäßig, aber „nicht sehr aktiv"

Basis: Gutachten Dt. Meeresmuseum & ITAW vom 11.04.2026.

Der aktuelle Rettungsplan

Das ursprüngliche Konzept mit Luftkissen und Pontons gilt seit 22.04.2026 als überholt. Umweltminister Till Backhaus (SPD) duldet nun einen geänderten privaten Versuch.

1. Rinne baggern

Vom aktuellen Standort zum Fahrwasser:

  • Länge ca. 110 m
  • Breite ca. 10 m
  • Tiefe ca. 2 m
  • Zeitansatz: ca. 2 Tage

2. Absenkbare Barge

Transportmittel aus dem Hamburger Raum:

  • Breite ca. 15 m, absenkbar
  • Schleppergezogen, ca. 5 Knoten (~9 km/h)
  • Zusätzlich „Korsett" aus Sandsäcken geplant
  • Peilsender und angekündigte „Animationsfütterung" mit Makrelen

Wissenschaftlich umstritten: Deutsches Meeresmuseum und ITAW haben am 11.04.2026 von einer Lebendbergung abgeraten. Auch NABU und Greenpeace äußern sich in Pressemitteilungen skeptisch zu den Erfolgsaussichten. Die private Initiative und das Umweltministerium MV halten am Versuch fest.

Quellen: Dt. Meeresmuseum · Gutachten-Wortlaut (Nordkurier)

Chronologie

Klicken zum Ausklappen. Alle Einträge mit Datum und Quelle.

  1. 03.03.2026 — Erste Sichtung im Hafen Wismar
    Timmy in Fischernetzen verfangen. Wasserschutzpolizei und Feuerwehr entfernen Teile der Netze. Sea Shepherd vor Ort. ZDF-Chronologie
  2. 04.–20.03.2026 — Wanderung, mehrere Netzbefreiungen
    Sichtungen in Lübecker Bucht, Boltenhagen, Travemünde, Haffkrug/Scharbeutz. Sea Shepherd entfernt wiederholt Netzreste.
  3. 23.03.2026 — Erststrandung vor Timmendorfer Strand
    Timmy strandet auf Sandbank (Ortsteil Niendorf). Beginn von Baggerarbeiten, Einsatz des ITAW Büsum.
  4. 24.–26.03.2026 — Bagger-Rinne 50 m × 1,20 m
    Saugbagger-Versuch scheitert. Großeinsatz mit mehreren Baggern. Timmy rückt 30–40 m Richtung Wasser.
  5. 27.03.2026 — Timmy befreit sich in der Nacht
    Später in der Lübecker Bucht gesichtet.
  6. 28.–31.03.2026 — Erneute Strandungen in der Wismarbucht
    Kurze Bewegungen, Lärm-Animationen im Hafen Wismar wirkungslos. Am 31.03. Strandung im Kirchsee vor Insel Poel.
  7. 01.04.2026 — Behörden stellen Rettungsversuche ein
    Museumsdirektor Prof. Baschek mahnt „maximale Ruhe und Respekt vor der Natur". 500-m-Sperrzone eingerichtet.
  8. 07.–11.04.2026 — Gutachten: „schwerstkrank"
    Umweltministerium stellt Gutachten vor. Dt. Meeresmuseum und ITAW empfehlen, Lebendbergung zu unterlassen. Walgesänge unter Wasser erfolglos.
  9. 15.04.2026 — Minister genehmigt privates Konzept
    Umweltministerium gibt Okay für einen privat finanzierten Versuch mit Luftkissen und Pontons. Die beteiligten Geldgeber werden in der überregionalen Presse namentlich genannt (taz).
  10. 16.–18.04.2026 — Private Aktion startet
    Mobilkräne, Schwimmpontons, schwimmende Baggerplattform. Taucher entfernen Schlick unter dem Tier.
  11. 20.04.2026 — Timmy schwimmt ~5 km, strandet erneut
    Bei steigendem Wasserstand freigeschwommen. DLRG begleitet. Erneute Strandung im Kirchsee.
  12. 21.–22.04.2026 — Peilsender, personelle Konflikte
    Whale-Sanctuary-Project-Experten eingeflogen. Luftkissen-Konzept wird für überholt erklärt.
  13. 23.04.2026 — 110-m-Rinne, Barge unterwegs
    Wasserschutzpolizei meldet: Timmy „nicht so aktiv", atmet. Neue Strategie: 110-m-Rinne baggern, absenkbare Barge aus dem Hamburger Raum auf dem Weg. Liveblog

Wer ist an Timmys Rettung beteiligt?

Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern

Minister Till Backhaus (SPD) — Genehmigungen, Koordination, öffentliche Kommunikation.

Pressemitteilungen

Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Wiss. Direktor Prof. Burkard Baschek. Co-Autor des Gutachtens vom 11.04.2026.

Fachseite

ITAW (TiHo Hannover / Büsum)

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung — Co-Gutachter.

NABU

Meeresschutz-Experte Kim Detloff — kritische Position zur Lebendrettung.

Sea Shepherd Global

Im März an mehreren Stellen an der Entfernung von Netzresten beteiligt.

Private Rettungsinitiative

Privat finanzierter Rettungsversuch. Geldgeber werden in der überregionalen Presse namentlich genannt (taz-Bericht). Fachliche Unterstützung durch das Whale Sanctuary Project.

Einzelne medial kolportierte Personalien sind nicht durchgehend verifiziert.

Wasserschutzpolizei & DLRG

Absperrung der 500-m-Sperrzone, Beobachtung, Bootsbegleitung.

Warum ist Timmy in der Ostsee?

Eine eindeutige Ursache ist nicht bekannt. Wissenschaftler benennen mehrere sich überlagernde Faktoren:

Flache Topografie

Die Ostsee hat viele Sandbänke und kaum die Tiefenkanten, an denen sich Buckelwale orientieren.

Niedrige Salinität

Längerer Aufenthalt führt zu Hautschäden („Fresh Water Skin Disease") und Elektrolytstörungen.

Nahrungsmangel

Dichte Krill- oder Fischschwärme, die Buckelwale zum Filterfressen brauchen, fehlen weitgehend.

Vorschädigung

Timmy trug schon bei der ersten Sichtung Netzreste im Maul — Hinweis auf eine vorherige Verstrickung.

Quellen: Dt. Meeresmuseum · IFAW FAQ

Medien & Videos

Geprüfte externe Videos und Infografiken zu Timmy. Bilder werden nicht eingebettet — bitte die jeweilige Quelle besuchen. Rechte liegen bei den jeweiligen Anbietern.

Infografiken / Karten

Videos aus öffentlich-rechtlichen Quellen

Offizielle Live-Kanäle

Zum Weiterlesen (Buchtipps — enthält Werbung)

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Tierschutz-Organisationen

Eine direkte „Rettung" von Timmy durch Einzelpersonen ist nicht möglich. Wer etwas für Meeressäuger tun möchte, kann bei den Organisationen spenden, die seit Jahren im Wal- und Meeresschutz aktiv sind:

Diese Organisationen sind nicht Betreiber dieser Seite. Bitte prüfen Sie vor einer Spende die aktuellen Projekte auf den jeweiligen Websites. Diese Seite selbst sammelt keine Spenden.

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